SVUKO

Schweizerischer Verein zur Unterstützung der Kokapflanze


wpe1.jpg (4413 Byte) KOKA  IST   NICHT  KOKAIN                 


Ein wenig Geschichte

Die Koka ist ein Strauch, der seit über 5000 Jahren von den Völkern der Anden gepflanzt und genutzt wird. Bei den Inkas galt sie als heiliges Blatt’.

Traditioneller Gebrauch:

- Die Blätter finden in der Naturmedizin vielfältige Verwendung.
- Sie dienen als Energiespender.
- Sie gelten als wertvolles Tauschmittel.
- Sie werden in religiösen Riten verwendet.
- In sozialen Beziehungen schaffen sie die Basis für Freundschaft.
- Und sie werden fürs Wahrsagen gebraucht.

1499  Sieben Jahre nach der Eroberung Lateinamerikas wird die Koka erstmals schriftlich erwähnt. Kolumbus schreibt: "Die Koka ist ein Blatt, das die Leute ständig kauen wie Tiere."

Vor über 300 Jahren begann die schwarze Geschichte der Koka: Bischöfe und König von Spanien empfahlen die Ausrottung der Koka, da sie "Teil von gotteslästerlichen Zeremonien und Hexerei sei."

 

In jedem Blatt Koka befindet sich eine Spur Kokain. Der traditionelle Konsum (Kauen, Tee) hat keine stärkere Wirkung als Tein oder Koffein. Erst das Inhalieren, Rauchen oder Spritzen von konzentriertem Kokain, das auf chemischem Weg aus den Blättern gelöst wird, hat Drogenwirkung. Zur Herstellung eines Kilos Kokain braucht es über 400 Kilos Koka-Blätter.

1855 löste ein deutscher Arzt eines der 14 Alkaloide aus der Koka: das Erithroxylin. 1860 beschrieb Dr. Albert Niemannaus Göttingen das Verfahren und taufte den Stoff Kokain.

1884 entdeckte Dr. Karl Koller die anästhetische Wirkung des Kokain.Von da an wurde Kokain bei Operationen und Zahnbehandlungen ganz selbstverständlich eingesetzt.

Viele Ärzte benutzten Kokain auch zur zur Behandlung von Alkoholikern. In besseren Kreisen (im Adel, bei Doktoren, Künstlern usw.) war Kokain beliebt und Koka-Wein ein bevorzugtes Getränk. Auch Coca Cola enthielt Kokain.

In der ersten Hälfte des 20. Jh.werden mehrere internationale Abkommen zur Drogenbekämpfung abgeschlossen. Es geht vor allem um Opium. Kokain wird noch weitgehend toleriert.

Die Aktualität

1961 setzt die Wiener UNO-Konvention ein internationales Verbot für Kokain fest. Es wird nicht nur der Handel mit Kokain verboten, sondern auch der Anbau der Kokasträucher. Traditionelle Koka-Länder erhalten Sondergenehmigungen für den traditionellen Anbau und Konsum von Koka. Die UNO-Konventionen von 1971 und 1988 präzisieren das Verbot weiter.

In den 60er und 70er Jahren überflutet eine Kokain-Drogenwelle Nordamerika und Westeuropa. In Bolivien und Kolumbien entstehen mächtige Drogenmafias. In Verruf kommt nicht nur Kokain, sondern auch die Koka.

In den 80er Jahren starten die USA in mehreren Ländern Lateinamerikas aufwendige Kampagnen der Drogenbekämpfung. US-militärische Einheiten besetzen und zerstören Koka-Anbaugebiete. Die USA drohen mit der Beendigung der Wirtschaftshilfe, wenn die Regierungenden Drogenhandel nicht unter Kontrolle bringen.

In den 90er Jahren verfolgen die USA das Ziel, auch den Koka-Anbau auszurotten. Vor allem in Bolivien und Kolumbien werden wahre Kriege zwischen militärischen Einheiten und den Koka-Bauern mit zahlreichen Toten geführt.

Auch heute wird in den Andenländern Koka auf traditionelle Weise konsumiert. Bergarbeiter und Kleinbauern auf dem Hochland kauen sie, um in ihrer harten Arbeit mehr Ausdauer und weniger Hungergefühl zu haben. Auf dem Land wird Koka weiter als Geschenk der Freundschaft und für religiöse Zwecke gebraucht.

Auch in der Stadt wird Koka-Tee getrunken - von gewöhnlichen Leuten, Ministern, Bischöfen... und von Touristen, die sich an die grosse Höhe z.B. von La Paz gewöhnen müssen. Koka ist bekömmlich und heilsam.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Antworten der Wissenschaft in der Vergangenheit waren sehr unter-

schiedlich ausgefallen. Vorurteile aus früheren Jahrhunderten, die auf Geringschätzung der andinen Kultur und Rasse beruhten, flossen in viele Studien ein. Man bescheinigte den Indios mentale Defizite aufgrund des Koka-Konsums.

Zahlreiche Studien belegen die positiven Wirkungen der Koka auf den menschlichen Organismus und die Ungefährlichkeit des traditionellen Konsums.Henry Rusby, Pathologe des Parke Davis Laboratoriums, untersuchte Indios, die regelmässig Koka kauten, in den Yungas (Tälern) und auf dem Hochland von Bolivien und kam zum Schluss: "Ich habe beinahe ein Jahr mit zahlreichen Indios gelebt, die täglich Koka kauen, und habe keinen einzigen Fall von Abhängigkeit ge-troffen."

Weiter sagt er: "Den Indios die Koka vorenthalten ist ein Verstoss gegen die Menschenrechte, so wie wenn man in Deutschland das Bier, im Nahen Osten den Kaffee und in Indien die Betelnuss verbieten würde."

Bekannt sind die Studien von William Carter und Mauricio Mamani (1986 und 1996); William Mortimer (La hoja increible/das unglaubliche Blatt, 1992) und des Bolivianischen Instituts für Höhenbiologie in La Paz (1997).

Natürliche Koka-Produkte

Das Kokablatt hat einen sehr hohen Nährwert. Es enhält Eiweisse, Kohlenhydrate, Mineralien und Vitamine, Aminosäuren, organische Säuren, natürliche Alkaloide (wie andere Heilpflanzen) und Stickstoff. Weil Koka äusserst löslich und hybrid ist, lässt sie sich zu Diät- undErgänzungsnahrungsmitteln verarbeiten. Sie verstärkt die medizinischen Eigenschaften anderer Nahrungs- und Heilmittel.

In Bolivien und Peru gibt es kleine Industrien (z.B. Coincoca in Cochabamba), die folgende Mittel herstellen und verkaufen:

Koka-Tee (Teebeutel werden auch von grösseren Firmen hergestellt)Er hilft bei Verdauungsstörungen, Depression, Schläfrigkeit und bei Augen-, Muskeln- und Nervenproblemen. Im Gegensatz zum Schwarztee und Kaffee raubt er den Schlaf nicht, sondern entspannt.

Koka-Extrakt Je nach Dosis nährt und heilt es. Ein Löffel voll regt den Appetit an und entspannt für einen ruhigen Schlaf. Eine grössere Menge reguliert über den Stickstoff die Ausschüttung von Hormonen und Enzymen,  verringert den Appetit und das Schlafbedürfnis, steigert die Ausscheidung der Harnsäure und vermindert die Ermüdung. Es ist auch ein Heilmittel gegen Bluthochdruck, weil es das Volumen der Blutbahnen vergrössert, den Bedarf an Sauerstoff reguliert und die Zellstruktur muskulär und nervlich stärkt, vor allem die des Herzens. Gegen Zahnschmerzen nehme man den Extrakt mit Salz.

Koka-Sirup (aus Koka-Extrakt, Bienenhonig und natürlichem Zucker) Er ist er ein Stärkungsmittel für das Blut- und Muskelsystem. Seine Wirkung zeigt sich bei Höhenkrankheit, Umstellung der Nahrung,Überarbeitung, Magenkrämpfen, Typhus, Tuberkulose, Kolliken, Asthma, Lungenentzündung, Magengeschwüren. Bei äusserlicher Anwendung dient er zur Desinfektion und Wundbehandlung und beugt Wundbrand und Tetanus vor.

Koka-Honig

Er ist ein pflanzliches und tierisches Stärkungsmittel und enthält die Vitamine A, D, B1, B2, C, E, Mineralien, organische Säuren, Aminosäuren, natürliche Alkaloide und Prehormone, die dem Organismus Vitalität verleihen und das Muskel- und Nerven- sowie das Abwehrsystem stärken. Er hilft auch bei Zwölffingerdarmgeschwür.

Cocabetes (bei Diabetes) (aus Koka und anderen Heilkräutern)Verbessert es die Funktionstätigkeit der Bauchspeicheldrüse, stimuliert die Langerhans-Inseln, damit sie das natürliche Insulin produzieren. Cocabetes muss mit anderen therapeutischen Heilmitteln und einer angepassten Diät vor allem von pflanzlichen Lebensmitteln, die viel Aminosäuren enthalten, kombiniert werden.

Sirup für die Nerven (aus Koka, Cedrón, Matico, Linde, Orange) Reguliert die Ausscheidung von Noradrenalin und Acetylkolin, verhindert teilweise Mielinprobleme, stabilisert das ionische Gleichgewicht, fördert die Hirndurchblutung; ist antidepressiv und beruhigend.

Sirup für die Leber und Nieren Bekämpft die Entzündung und kühlt die Leber, scheidet Schadstoffe und nichtphysiologische Giftstoffe aus, schwemmt übermässiges Fett aus der Leber und steigert die Filtrationskapazität der Nieren. Anwendung bei Sodbrennen, Übelkeit, Gesichtsflecken, Magenübersäuerung und Verdauungsstörungen.

Hustensirup (aus Eukalyptus, Koka, Zitrone, Wira und Cardosanto) Dieser Sirup stärkt das Immunsystem. Anwendung evtl. in Kombination mit Antibiotika und Dampfbädern (Eukalyptus, Koka, Kamille, Wegerich) bei starken Erkältungen, Lungenentzündung, Asthma, Sinusitis, Mandelentzündung, Meningitis. Dazu ist das Betthüten notwendig.

 

In den Andenländern geht der Kampf um die Koka weiter. Ein dramatischer  Kampf.

Die Andenvölker haben ein Recht auf die Koka. Sie ist Teil ihrer Kultur.

Verboten werden sollen die Produktion und der Handel von Kokain, nicht von Koka!

Die Produktion und der Handel von natürlichen Koka-Produkten können den Andenbauern   Arbeit und Auskommen geben.

Darum muss das Verbot für den Handel von natürlichen Koka-Produkten aufgehoben werden.

 

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José Balmer                            Juan Arnez                            Elsbeth Vocat                             Coco Mendoza
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b-c.balmer@bluewin.ch                                                          evocat@nextron.ch                    cocapro@latinmail.com

 

In La Paz gibt es ein kleines Koka-Museum, geleitet von Dr. Jorge Hurtado.

e-mail: hurtado@accand.bo

 

KOKA IST NICHT KOKAIN